15. Dezember
Closed on Monday
Ich habe zwar (noch) keine Ahnung warum, aber in Seoul ist montags fast alles geschlossen, fast so wie an einem Sonntag in Ghana, nur, da sind Ghanaer ja in der Kirche, während ich nicht weiß, was Koreaner montags so machen.
Demnach war es also nicht einfach etwas zu finden, das montags besichtigt werden kann, aber dank unserem nun umfangreichen Informationsmaterial war auch das lösbar:
So haben wir heute einen weiteren Palast, den Gyeongbokgung Palast, besucht, der um einiges größer und pompöser ist, als der gestrige, was daran liegt, dass dieser der Hauptpalast der Joseong Dynastie war. Unsere Führerin hat uns dort auch diverse sleeping looms und floor leatings gezeigt, worunter man im Allgemeinen Schlafzimmer und Fußbodenheizungen versteht, ersetzt man sämtliche „l“ …
Anschießend haben wir den Sonnenuntergang auf dem höchsten Berg Seouls, dem Mount Namsan, und auf dem dortigen N Seoul Tower angeschaut. „Moment mal, Sonnenuntergang? Haben die etwa den ganzen Tag im Palast verbracht?“ wird sich der aufmerksame Leser nun zurecht fragen. Die Antwort ist ebenso verblüffend wie einfach: Wir haben bis nach zwölf geschlafen und danach erst mal ausgiebig gefrühstückt. Natürlich ist allein der Jetlag schuld 
Seoul bei Nacht ist übrigens der Wahnsinn, um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukehren, überall Lichter bis zum Horizont, die beleuchteten Brücken, die vielen Autos, …
Ach ja, Abendessen gabs auch noch und ratet mal wo? In einem australischen Steakhouse, man muss sich ja einstimmen, schließlich fliegen wir morgen Abend schon weiter nach Australien.
14. Dezember
Planlos in Seoul? Von wegen!
Wenn man bedenkt, dass Simone und ich mit lediglich ein paar ausgedruckten Wikipediaseiten über Seoul und dem Wissen, dass man für die Einreise nach Südkorea nur einen gültigen Reisepass braucht, angereist sind, so kann man sagen, dass das heute ein ganz gelungener Tag war.
Um elf sind wir zur Freude unseres Zimmermädchens, die schon zweimal angeklopft hatte, endlich aufgestanden und zu Donkin' Donuts frühstücken gegangen. Wohin auch sonst, wenn man die Wahl zwischen je ein bis zwei Donkin' Donuts' in jede Himmelsrichtung innerhalb von wenigen Metern hat?
Naja, auf alle Fälle sind wir danach als erstes zum Deoksugung Palast, den wir schon von unserem Hotelzimmerfenster aus gesehen haben. Hier residierten immer wieder die Könige Koreas seit dem 16. Jh., doch heute existiert nur noch rund ein Viertel der Anlage, da der Rest von den Japanern niedergebrannt wurde. Trotzdem war unser Rundgang sehr beeindruckend, sah man doch gleichzeitig immer im Hintergrund die Hochhäuser des modernen Seouls während man durch diese traditionelle Palastanlage lief und zum Beispiel der farbenprächtigen und streng nach Protokoll ablaufenden Wachablösung zuschaute.
Durch die Anlage wurden Simone und ich üprigens von einer Koreanerin geführt, die herausgefunden hatte, dass wir aus der Nähe von Stuttgart kommen und da sie dort im Sommer einen Freund besucht hatte und wir darüber etwas ins Plaudern gekommen waren, hat sie uns angeboten uns durch die Anlage zu führen und hat uns anschließend noch mit sämtlichen Touristenkarten und -plänen ausgestattet.
Mit unserem neuen Stadtplan war es dann auch kaum ein Problem den buddhistischen Jogyesatempel zu finden. Leider konnten wir diesen nicht betreten, da wir zur Gebetszeit kamen, aber ein kurzer Blick durchs Fenster genügte,um die drei riesigen vergolteten Buddhas und die vielen bunten Blumen und Lampions zu sehen.
Nach dem Abendessen bei einem kleinen gemütlichen Italiener, haben wir dann noch eine Stadtrundfahrt bei Nacht vorbei an den geschätzt tausend Brücken gemacht.
Fazit: Was braucht man also um nicht „planlos in Seoul“ zu sein? Genau: ein Hotel, von dem aus man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erblicken kann und eine nette Koreanerin, die sich für Stuttgarter Gäste gerne als Fremdenführerin zur Verfügung stellt.
12. / 13. Dezember
Südkorea wir kommen !!!
Heute war es wieder so weit, meine Eltern haben mich schon wieder zum Flughafen nach Frankfurt gefahren. Dort haben wir Simone und ihre Familie getroffen und nachdem ich vor allen meinen Vater mit Hife einer Waage davon überzeugt hatte, dass ich sehrwohl 12 kg Handgepäck plus Laptop mitnehmen darf (ja, Korean Air hat einfach die besten Gepäckbestimmungen), gings auch schon los und zwar nach Südkorea, genauer gesagt in die Hauptstadt Seoul.
Dort sind wir dann am Samstag um 13 Uhr angekommen und mit der Airportlimosine noch über eine Stunde in die Stadt zum Hotel gefahren. Bis auf unseren bemitleidenswerten Pagen, der unter dem Gewicht unserer Rucksäcke beinahe zusammengebrochen wäre und der Tatsache, dass wir allein schon mit unseren Riesenrucksäcken in einem Hotel in bester Lage und mit pikfein angezogenen koreanischen Geschäftsleuten „etwas“ aufgefallen sind, gabs sonst keine nennenswerten Vorkommnisse.
Später haben wir uns dann wieder dick eingepackt und haben auf der Suche nach einem Supermarkt wertvolle Informationen für unsere nächsten Tage in Seoul sammeln können, z.B, dass niemand an der U-Bahninfo Englisch versteht, es an jeder Ecke einen Donkin' Donuts und einen Starbuck's gibt und, dass man sein Essen nicht wenig scharf, sondern besser überhaupt nicht scharf bestellt.
Apropos Essen, wir waren heute ganz traditionell koreanisch essen. Nach Betreten des Lokals mussten wir unsere Schuhe ausziehen und haben dann auf Kissen auf dem Boden an einen kniehohen Tisch platzgenommen. Leider hat die Kellnerin kein Englisch gesprochen und die Speißekarte war auch nur in koreanischen Schriftzeichen, aber dafür gibt es hier überall Bilder von den Gerichten und wir haben uns dann schließlich für ein Reisgericht mit ganz vielen Tintenfischtenktakeln entschieden, was, wenn es nicht so scharf gewesen wäre, bestimmt super geschmeckt hätte.
Auf dem Heimweg sind wir durch die bunt beleuchteten Straßen gelaufen, beleuchtet einerseits durch die bunten Reklamelichter und andererseits durch die etwas übertriebene blinkende Weihnachsbeleuchtung, und haben dann auch endlich einen Supermarkt gefunden.
Happy End 